Zum Glück haben auch Hughes ein grosses
Büssli, denn am Sonntag nahmen wir alle (Dave, Yvonne,
Leora, Warwick, Sam, Didi und Nicole) darin Platz und fuhren auf
der immer noch wunderschönen "Inland Scenic Route"
Richtung Süden bis nach Geraldine.
Dort wurden wir von Yvonne und Dave zum Mittagessen eingeladen.
Danach luden ein kleiner Markt, Antiquitätenläden und
Souvenirläden noch zum stöbern und lädeln ein.
Nicole kaufte bereits die ersten Weihnachtsgeschenke. Die
kurioseste Sehenswürdigkeit in Geraldine ist ein Laden, in
dem es sowohl einen gigantischen, gestrickten Pullover mit
Guinnessbucheintrag gibt (man schaue das Foto mit Didi an zum
Vergleich), als auch den Wandteppich von Bayeux als Mosaik
nachgebaut. Um den zu sehen muss man allerdings Eintritt zahlen,
so sparen wir uns das aufs nächste Mal auf. Anscheinend hat
ein Mann 20 Jahre daran gearbeitet, da sind wir ja schon
gespannt, zumal wir das Original im letzten Herbst in Bayeux
gesehen haben.
Wieder zurück in Mount Somers schrieb Nicole ein paar Briefe heim und verkündete ihrem Gotti und Hansjörg darin grossartig, dass sie bis jetzt in Neuseeland von DJ Bobos Chihuahua verschont worden sei. Das hätte sie wohl besser nicht getan, sie hat den Song heraufbeschworen. Als wir nämlich etwa eine Stunde später gemütlich beim Nachtessen sassen, kam doch in den nationalen News tatsächlich ein Bericht über DJ Bobo und darüber, wie sein Song Chihuahua in Europa die Charts stürmte. DJ Bobo kam sogar selber noch zu Wort. Das ganze schien ein erster zaghafter Versuch gewesen zu sein, den Neuseeländern den Song als Kandidaten für den Sommerhit des kommenden neuseeländischen Sommers nahezulegen. Nicht mal am anderen Ende der Welt bleibt man also von diesem Produkt aus dem Hause Baumann verschont...
Am Montag bekamen Yvonne und Dave Besuch aus Europa: Ross, aus Grimsby in England, und seine Begleiterin Michi aus dem Maggiatal. Sie entschlossen sich einige Tage hier zu bleiben, da sie von Bekannten von Yvonne und Dave hierher empfohlen worden waren. An diesem Tag waren wir Schweizer übrigens in der Überzahl hier, denn es hatte noch fünf weitere Camper aus der Schweiz, genauer gesagt aus Uster, im Holiday Park. Nicole machte Bekanntschaft mit Vreni und ihrem Mann Hansjörg und erhielt von ihnen einige Reisetipps. Hoffentlich werden wir die Seelöwen und Pinguine auch sehen, die sie gesehen haben...
Im Moment beschäftigen wir uns
übrigens mit dem Herstellen eines Schildes mit einem Panther
drauf für Daves Pommes-Frites-Stand.
Vor etwa drei Wochen soll hier nälich ein Lastwagenfahrer
einen Panther gesichtet haben, obwohl es solche in Neuseeland gar
nicht gibt. Somit kann sich der Mid-Canterbury Panther also in
die illustre Reihe der fabulösen Erscheinungen der Marke
"Nessie", "Yeti" und "Bigfoot"
einreihen. Was der Trucker wirklich gesehen hat, ist nicht klar.
Es kamen sogar Leute vom Landwirtschaftsministerium
herbeigeflogen, aber sie haben keine Spuren vom Panther gefunden.
Die ganze Geschichte kam schliesslich sogar in den nationalen
Nachrichten, und die Zeitungen berichteten sehr eifrig
darüber, obwohl sie ja auch nichts genaues wussten.
Schliesslich behaupteten viele Leute, sie hätten den Panther
auch schon gesehen, hätten sich aber nie getraut etwas zu
sagen. Damit wurde die Existenz des Panthers hierherum zu einer
allgemein anerkannten Tatsache, ohne dass je irgendjemand je ein
Beweisstück für die ganze Angelegenheit geliefert
hätte. Seither hat Dave fast bei jedem Essen wieder davon
angefangen und fragt alle Leute die er trifft, ob sie den Panther
"auch" schon gesehen oder gar endlich gefangen
hätten. Um den ganzen Rummel um diesen Panther auch ein
bisschen nüich zu machen, soll also sein Verkaufsstand mit
einem Panther verziert werden. Es wird ein Panther zu sehen sein,
der einen Becher Chips in der Hand hält, und darunter wird
stehen "The Panther's Choice". Sobald fertig,
werden wir euch natürlich ein Bild vom Schild liefern.
Inzwischen waren wir auch einmal in der
hiesigen Schule. Am Mittwoch fand dort nämlich etwas statt,
das sich "Pet Day" nennt. Alle Kinder nehmen ihr
Haustier in die Schuhe mit und das Tier wird dann bewertet.
Dave und Yvonne waren die Jury für die Hunde.
Yvonne brachte es allerdings nicht übers Herz, den Kindern
schlechte Bewertungen zu geben, so übernahm Leora ihren Job.
Die Bewertung war allerdings echt fair. Im Ganzen gab es 20
Punkte zu vergeben, in Kategorien wie das Wissen über das
Tier, Umgang mit ihm oder Tierpflege. Je nach erreichter
Punktzahl erhielten die Kinder einen goldenen, silbernen oder
bronzenen Kleber. Für die ganz schlecht bewerteten gab es
immerhin noch einen Sticker auf dem "Super Effort"
stand. Diejenigen Kinder, die kein Haustier haben, konnten sich
übrigens in einer der anderen interessanten Kategorien
messen: Bester Schokoladekuchen, beste gesunde Lunchbox, bestes
Gartenmodell oder bestes mit Gemüse gebasteltes Tier. Neben
Hunden brachten die Kinder vor allem Pferde und Schafe mit.
Vereinzelt waren auch Kälber, Ziegen, Katzen, Kaninchen,
Fische und Vögel zu sehen. Das interessanteste Tier war ein
virtueller Hund mit dem Namen "Windows". Sein Frauchen
hatte einfach eine Leine genommen, diese mit Draht verstärkt
und so ihr Hündchen Gassi geführt. Sie erhielt sogar
einnen goldenen Kleber und einen Preis -- näich einen
virtuellen Pokal ;-). Nachdem alle Tiere bewertet waren, gab es
noch die "Fancy Dress Parade". Die Kinder verkleideten
sich und ihr Tier und wurden so nochmals bewertet. Gewonnen hat
diesen Wettbewerb ein als Clown verkleideter Junge, der seinem
süssen Hündchen auch einen Clownhut aufgesetzt hatte.
Als grosser Abschluss dieses Morgens kam dann noch Richard, ein
Freund von Dave und Yvonne, und verteilte auf einem Hochrad
fahrend Bonbons. Man sah, dass dieser Anlass den Kindern grossen
Spass gemacht hat, und falls das jetzt eine Primarlehrerin oder
ein Primarlehrer liest, hoffen wir, dass sie oder er das als
Anregung entgegen nimmt...