Weil am Vorabend das Büro des Campingplatzes
in Lower Hutt bereits geschlossen gewesen war, mussten wir uns am
Donnerstagmorgen gleich als erstes dort anmelden und bezahlten
auch gleich für zwei weitere Nächte. An diesem Tag
nahmen wir uns Zeit, endlich einmal noch all das zu sehen im
Museum Te Papa, was wir bei den anderen beiden Malen noch nicht
gesehen hatten. Wir sind immer noch schwer beeindruckt von der
Grösse dieses Museums, und wir haben das Gefühl, dass
wir immer noch Neues entdecken würden, wenn wir nochmals
dorthin gehen würden. Was man dort alles sieht lässt
sich gar nicht beschreiben, man muss wahrscheinlich selber einmal
dort vorbeigehen. Gleich gegenüber des Te Papa fanden wir
dann noch ein Warehouse, wo wir ganz billige CDs fanden, uns dort
mindestens eine halbe Stunde lang einen Weg durch all die CDs
schlugen und schliesslich einige kaufenswerte fanden. Am Abend
wollten wir eigentlich noch ins Kino, aber zurück auf dem
Campingplatz waren wir so kaputt, dass wir es uns lieber noch
etwas in unseren Liegestühlen bequem machten und nicht noch
einmal losfahren wollten. Übrigens sahen wir beim Eingang
des Te Papa noch einmal den älteren Herrn, der damals beim
Harcourts Park mit uns geredet hatte, als wir mit Fabi dort
waren. Er war in Begleitung einer älteren Dame, vielleicht
ist er also gar nicht so einsam, wie wir damals gedacht
hatten…
Für den anderen Morgen hatten wir geplant
im Harcourts Park bei Upper Hutt Disc-Golf spielen zu gehen; so
mussten wir uns als erstes überhaupt einen Frisbee kaufen.
In einem 2$-Shop fanden wir dann sogar Souvenir-Frisbees vom
America's Cup in 2003 den "wir" Schweizer ja
bekanntlich gewonnen haben. Mit diesen ausgerüstet machten
wir uns also auf den Weg zum Park. Das Disc-Golf spielen machte
riesigen Spass, aber ganz so einfach, wie wir gedacht hatten, war
es doch nicht. Vor allem Nicole bekundete etwas Mühe mit dem
schiessen der Frisbeescheibe. Schliesslich wurden wir hungrig,
und wir fuhren nach Wellington, wo wir Lutz nochmals beim Te Papa
parkierten. Nach dem Mittagessen spazierten wir zum Museum of
Wellington City and Sea. Das Museum war zwar in einem sehr
schönen Gebäude untergebracht, aber die Ausstellung
hatte nicht viel zu bieten, das uns wirklich interessierte. Am
besten waren wohl einerseits ein Film über Wellingtons
schlimmstes Fährunglück, als die Wahine im April
1968 sank und andererseits eine Show, in der zwei Maorilegenden
wirklich gut erzählt wurden. Nach dem Museumsbesuch
spazierten wir noch zu den National Archives, wo wir uns noch das
Original des Vertrages von Waitangi ansehen wollten, nachdem wir
ja schon in Waitangi selber gewesen waren. Der Vertrag befindet
sich in einem tresorähnlichen Raum des Archives und ist in
einem krass schlechten Zustand. Der Text des Vertrags und die
einzelnen Unterschriften sind kaum noch zu entziffern, und das
Dokument selber, das ja erst etwas älter als 150 Jahre alt
ist, ist ziemlich zerfetzt, und scheint sowieso nicht so ein
Publikumsrenner zu sein. Wir spazierten dann zurück zum Te
Papa, wo wir warteten bis wir Mireille Fricker trafen. Mireille
ist nur ein Jahr jünger als Nicole, und sie kannten sich von
der Primarschule her. Der Abend wurde super und wir hatten uns
extrem viel zu erzählen. Nach dem Nachtessen spazierten wir
ein bisschen durch Wellington, bis wir in einem Restaurant
unwiderstehliche Kuchen sahen, und wir zum Dessert unbedingt ein
Stück probieren mussten. Danach spazierten wir nochmals ein
bisschen durch die Stadt, bis es schon relativ spät war, und
wir uns leider auf den Weg zum Campingplatz machen mussten. Wir
hoffen aber sehr, dass wir Mireille noch einmal treffen werden
bis wir wieder in die Schweiz zurückkehren.
Am Samstag wollten wir bis nach Napier fahren.
Bei Masterton verliessen wir den State Highway 2 und kamen so
über eine Nebenstrasse durch eine der schönsten
Gegenden Neuseelands mit vielen Hügeln, Schafen und saftigen
Wiesen. Auch führte uns dieser Weg am Ort vorbei, der laut
Guinness Buch der Rekorde den längsten noch gebrauchten
Namen trägt. Wir sind uns zwar nicht sicher, ob auch
wirklich noch jemand den ganzen Namen dieses eher unscheinbaren
Hügels ausspricht, aber wir sind froh an der Gislifluh, bzw.
am Schafrain zu wohnen und nicht beim
Taumata
Am Sonntagmorgen besuchten wir in Napier noch
Neuseelands Nationales Aquarium, das sich in einem wirklich sehr
schönen und modernen Gebäude befindet, das von oben die
Form eines Manta-Rochen hat. Es gab zwar viele interessante
Fische zu sehen, aber leider war die Ausstellung etwas klein, und
der Haifischtank in Kelly Tarlton's Underwater World in
Auckland ist etwas aufregender als derjenige in Napier. Alle
Aquarien in Napier erschienen uns steril und mit wenig
Ausstattung versehen. Wir hatten aber sowieso nicht allzu viel
Zeit, denn wir wollten an diesem Tag noch bis zum East Cape
fahren, das noch einige Wegstunden von uns entfernt lag. In
Gisborne machten wir einen Mittagshalt und schauten uns dort noch
das Denkmal an, das an Captain Cooks Landung in Gisborne
erinnert. Viel weiter kamen wir dann allerdings nicht. Etwa 30km
nach Gisborne stellten wir plötzlich fest, dass der vordere
rechte Pneu zu wenig Luft drin hatte. Wir nahmen also den
Wagenheber hervor und wollten Lutz aufbocken. Der Wagenheben
reichte jedoch nicht um Lutz genug anzuheben. Didi liess in also
wieder herunter und Nicole brachte ein dickes Buch, das wir noch
unterlegen mussten. So konnten wir Lutz genug anheben, und Didi
konnte den Reifen wechseln. Als wir Lutz wieder runtergelassen
hatten, erlebten wir aber eine böse Überraschung: Unser
Reservereifen hatte auch noch weniger Luft drinnen. Da Lutz aber
immer noch fahrtüchtig war, fuhren wir zurück Richtung
Gisborne und pumpten bei einer Tankstelle die beiden Pneus auf.
Wir stellten dann fest, dass der eine Pneu ein kleines Loch hatte
und der montierte Reservepneu nicht mehr fahrtüchtig war,
denn wir hatten ja dieses Rad in die Reserve verbannt, weil es
nicht ganz rund war und eierte. So musste wir wohl oder übel
ganz nach Gisborne zurück, wo wir uns im Holiday Park eine
Cabin mieteten, weil es ja Sonntag war und die Pneuhändler
erst wieder am nächsten Tag geöffnet waren.
Ohne Probleme erhielten wir dann am Montagmorgen
für 136$ zwei neue Pneus für Lutz und wir konnten
weiter fahren. Die Landschaft nördlich von Gisborne war
extrem schön ,und wir genossen es, dass ausser uns nicht
allzu viele andere Autos unterwegs waren. In Te Araroa machten
wir dann einen Mittagshalt, bevor wir zum East Cape, dem
östlichsten Punkt von Neusseland fuhren. Die Fahrt dorthin
der Küste entlang gefiel uns sehr gut. Am Schluss hätte
man noch auf einen Hügel hoch wandern können, auf dem
ein Leuchtturm stand, aber wir verzichteten dann auf diesen
Ausflug und setzen unsere Reise um Eastland herum fort. Diese
Strecke ist wirklich wunderschön, und man müsste sich
noch mehr Zeit dazu nehmen und öfters anhalten, um zu baden
oder um die vielen schönen Maoriversammlungshäuser zu
betrachten, die es praktisch in allen Ortschaften gibt. Aber wir
hatten ja einen Termin in Auckland einzuhalten, und so fuhren wir
bis nach Ohope, kurz vor Whakatane, wo wir dann wohl auf dem
teuersten Campingplatz übernachteten, den wir je hatten.
Nach dem Nachtessen gingen wir noch kurz an den schönen
Sandstrand, bevor wir dann beim Eindunkeln in unseren Lutz
krochen, müde von der langen Fahrt.